Honorary Members 2021

Das Writers in Prison Komitee nimmt jedes Jahr SchriftstellerInnen und JournalistInnen als Honorary Members auf. Der Österreichische PEN setzt sich zudem im Rahmen des Rapid Action Network laufend für verfolgte und inhaftierte SchriftstellerInnen ein.

Sami Çomak

Der an der Universität Istanbul Geografie studierende Ilhan Sami Çomak wurde 1994 verhaftet, und 22 Jahre in Untersuchungshaft festgehalten. 2015 verurteilte man ihn zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Nach 19 Tagen schwerer Folter unterzeichnete er ein Statement, in dem er zugeben musste, im Namen der Kurdischen Arbeiterpartei ein Feuer in einem Wald in der Nähe von Istanbul gelegt zu haben. Ilhan hat seine Unschuld immer wieder beteuert. Im Gefängnis verfasste er acht Gedichtbände, der letzte Band ‚Geldim Sana‘ (‚I came to you‘), wurde 2019 mit dem Sennur Sezer Prize for Poetry ausgezeichnet. Der norwegische PEN-Club initiierte eine globale Kampagne um Ilhans sofortige Entlassung zu fordern. Der Österreichische PEN-Club schließt sich dem Protest an, und ersucht um Unterstützung und Teilnahme.

Global Campaign

Jimi’e Kmeil

Der 1960 geborene eritreische Sportjournalist, Jimi’e Kmeil, wurde am 24. November 2005 verhaftet, er ist seit 15 Jahren ohne Gerichtsverfahren in Gefangenschaft. Niemand weiß, wo er gefangen gehalten wird und ob er überhaupt noch lebt. Kmeil ist seit 2015 Ehrenmitglied des Österreichischen PEN, dessen Writers-in-Prison Komitee sich mit zahlreichen anderen Menschenrechtsorganisationen weltweit für seine Freilassung einsetzt. Er ist einer von dreißig JournalistInnen und SchriftstellerInnen in Eritrea, die Opfer der menschenverachtenden Politik des Verschwindenlassens der eritreischen Regierung sind, einige von ihnen sind sogar seit 2001 ohne Verfahren inhaftiert, Angehörige und Anwälte haben keinen Zugang zu den Gefangenen, ihr Aufenthaltsort wird geheim gehalten, es gibt keinerlei Lebenszeichen.


Dawit Isaak

Schriftsteller und Journalist, seit 2002 in Eritrea inhaftiert

Der eritreisch-schwedische Schriftsteller und Journalist hatte die erste unabhängige Zeitung Eritreas „Setit“ herausgegeben. Zuletzt gesehen hat man Dawit Isaak 2005, als seine Haft kurz unterbrochen wurde, um Verletzungen, die ihm durch Folter zugefügt wurden, zu behandeln. Danach wurde er sofort wieder in Haft genommen. Ohne Urteil oder Anklage, ohne Kontakt zur Außenwelt wird Dawit Isaak festgehalten. Internationale Versuche der Intervention blieben bis dato erfolglos.

Dawit Isaac: Hoffnung und andere Texte. Band 147. Löcker Verlag, Wien 2019,