Tätigkeiten

Präsentation „Leyla und Arif Yunus: Vom sowjetischen Lager zum aserbeidschanischen Gefängnis“ mit PEN-Präsident Helmuth A. Niederle

Das Writers in Prison-Komitee engagiert sich für SchriftstellerInnen und PublizistInnen, und macht auf das Schicksal und den Verbleib von Gefangenen oder Verschwundenen aufmerksam. Auf dem Weg diplomatischer Kanäle oder in öffentlichen Kampagnen wird an die Honorary Members der jeweiligen PEN-Zentren erinnert, um deren Freilassung zu erreichen. WiP korrespondiert auch mit den Angehörigen der Gefangenen, wenn möglich auch mit diesen selbst. Regelmäßig werden Artikel, Texte und Anthologien publiziert.

Das Rapid Action Network (RAN) informiert Mitglieder und UnterstützerInnen über aktuelle Entwicklungen der Situation einzelner Betroffener. So schnell wie möglich werden Aktionen eingeleitet. In Fallbeschreibungen werden deren Tätigkeiten und Details zur politischen Situation im jeweiligen Land beschrieben: Es geht um Schikanen durch Behörden, Drohungen, willkürliche Verhängung von Hausarresten und Haftstrafen, unrechtmäßige bzw. Scheinprozesse, Folter, und drohende Todesurteile. Dem beigefügt ist eine Empfehlung, welche Form des Protests in diesem Fall sinnvoll wäre. Dazu zählen Schreiben an Staatsoberhäupter, MinisterInnen, Polizeichefs und BotschafterInnen.  Wichtig ist, in kürzester Zeit öffentlichen Druck auf die Verantwortlichen auszuüben. In vielen Fällen war und ist WiP erfolgreich, Inhaftierte wurden freigelassen, Haftbedingungen wurden erleichtert, Folter wurde gestoppt oder man milderte menschenrechtswidrige Urteile ab. 

In Veranstaltungen werden Texte und Anthologien präsentiert, auch bereits freigelassene SchriftstellerInnen werden eingeladen. Jährlich findet der Writers-in-Prison-Day im November statt. Konferenzen, Symposien und Tagungen in Kooperation mit anderen Menschenrechtsorganisationen thematisieren die Arbeit von WiP und vernetzen international mit der Arbeit anderer PEN-Zentren. 

Darüber hinaus gibt es „stille“ Strategien: Österreichische PolitikerInnen, die in Länder reisen, die als schwierig im Bereich der Menschenrechte gelten, werden vom WiP-Komitee gebeten, die „Fälle der Menschenrechtsverletzungen“ anzusprechen. Diese stille Diplomatie ist häufig erfolgreich. Ein entsprechender Dank an die PolitikerInnen sei an dieser Stelle nachdrücklich ausgesprochen.